Startseiten-Slider – In oder Out? – wie macht man es richtig?

2007 war das Jahr der Slider. Schnellere Internetverbindungen, mehr Datenvolumen und neue Entwicklungen wie jQuery machten es Webseiten-Betreibern möglich, ihren Kunden qualitativ hochwertige Bilder zu präsentieren und diese am laufenden Band rotieren zu lassen.
Banner einer Webseite in der mobilen Ansicht

11.08.2017 ·  Shopsoftware

Slider sind auch heute weit verbreitet und so finden sich auf unzähligen Webseiten riesige Bilderbanner, welche nach einigen Sekunden Platz für ihren Nachfolger schaffen. Doch genau hier setzt auch das erste Problem an.

Problematik des Sliders und Nutzerverhalten

Kaum ein Webseiten-Besucher, der auf der Suche nach einem bestimmten Produkt ist, findet die Zeit sich eine solche Bilderabfolge anzuschauen. Viel eher wird direkt über das Menü zu einer für den Besucher relevanten Kategorie oder Einzelseite navigiert.

Zu diesem Punkt, dem Nutzerverhalten, wurde 2012 von der Nielsen Norman Group eine interessante Studie durchgeführt. Analysiert wurde das exakte Nutzerverhalten auf der Webseite von Siemens, auf der es einen Rabattgutschein im Wert von 100 britischen Pfund beim Kauf einer Waschmaschine gab.

Slider der Webseite von Siemens

Hierbei fanden die Experten für User Experience im Wesentlichen drei Gründe heraus, warum der prominent platzierte Slider mit diesem verlockenden Angebot von Nutzern kaum beachtet und geklickt wurde:

  1. Der Slider sah aus wie ein Werbebanner. Und diese werden von Nutzern inzwischen gewohnheitsmäßig ausgeblendet („Banner Blindness“).
  2. Der Inhalt des Sliders las sich in diesem Fall wie ein Sonderangebot. Und vermittelt auch damit einen rein „werbenden“ Zweck. Nutzer, die etwas Bestimmtes im Netz suchen, fühlen sich aber durch aufdringliche Werbung nicht angesprochen und suchen vielmehr verlässliche Informationen.
  3. Die Inhalte der Slider-Elemente rotierten zu schnell. Die Nutzer hatten nach eigenen Angaben kaum Zeit, die Inhalte zu lesen und zu verstehen.

Ein weiterer immer wichtiger werdender Punkt ist die mobile Ansicht einer Webseite oder eines Online-Shops. Besucher, die eine Webseite über ihr mobiles Endgerät wie das Smartphone oder das Tablet aufrufen, haben meist eine eingeschränkte Internetverbindung. Hier ist es also extrem wichtig, eine möglichst geringe Ladezeit beizubehalten.

Slider einer Webseite in der mobilen Ansicht

Wenn nun aber hochauflösende Banner geladen werden müssen, kann die Ladezeit schnell in die Höhe schießen und somit potenzielle Besucher abschrecken.
Hier besteht dann die Möglichkeit den Banner in der mobilen Ansicht komplett wegzulassen oder aber auf eine komprimierte weniger ladezeit-lastige Version zurückzugreifen.

Darauf solltest Du bei Deinem Slider achten!

Das hört sich nun alles erstmal sehr kritisch an. Wenn man es aber richtig macht und vielleicht an Stelle von 4-5 Sliderbildern nur maximal 1-2 sehr gut aufbereitete Banner präsentiert, sieht es schon ganz anders aus.

Allerdings gibt es einige wichtige Faktoren, die man auf jeden Fall beachten sollte ,wenn man sich dazu entscheidet, seine Webseitenbesucher mit einem Slider oder Banner zu begrüßen und damit ihre Aufmerksamkeit zu beanspruchen:

  1. Eine klare Message (Worum gehts? So wenig Text wie nur möglich! Auffallend große Schriftgröße.)
  2. Direkte Verlinkung des Banners bzw. Bildes zum bspw. beworbenen Produkt oder der Kategorie
  3. Zeitintervall (Lassen Sie ihrem Besucher genügend Zeit das Bild auf sich wirken zu lassen, bevor sich die Bildrotation in Bewegung setzt)

Slider der Webseite Khunpon.de

Qualitativ hochwertiger Startseiten-Banner der Webseite Khunpon.de Der Besucher erfährt auf den ersten Blick, durch eine kurze Beschreibung untermauert, worum es geht.

Alternative zum herkömmlichen Slider

Entschließt man sich dazu, auf einen solchen Slider zu verzichten, muss man sich natürlich Gedanken darüber machen, was man nun mit dem „neugewonnenen“ Platz auf der Webseite macht und wie man einen ansprechenden emotionalen Einstieg schafft.

Die Startseite an sich, und besonders der Teil der Seite, den man als Besucher sofort angezeigt bekommt (Above the fold) ist einer der wichtigsten Bereiche überhaupt.

Hier sollte man dem Besucher Orientierung, Emotion und Aussage bieten. Was hat er auf dieser Webseite zu erwarten? Wie kommt er zu den Kategorien und Produkten? Auch eine fein ausgearbeitete Suchleiste im „Above the fold“-Fenster macht sich sehr gut.

Der Online-Klamottenkonzern Zalando zum Beispiel setzt auf eine direkte Filtermöglichkeit im „Above the fold“-Bereich. So kann der Kunde direkt nach den für Ihn relevanten Produkten filtern.

Filtermaske der Webseite Zalando

Letzendlich kommt es immer darauf an, welche Zielgruppe Du verfolgst und welche Dienstleistungen bzw. Produkte Du anbietest. Ob Du dich für Slider, Suchmaske oder Filteroption entscheidest, Du musst versuchen, den Besucher an die Hand zu nehmen und ihn zu führen. Leitung und Orientierung sind das A und O und so machen Slider auch Sinn, sind wertvoll für den Nutzer und finden auch Beachtung. Gerne gestalten wir Dir einen solchen Slider.

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von Jannik Walter