xt:Commerce

Verwirrung bei den xt:Commerce Versionen – 3.04 oder 4.2 oder was?

15. Januar 2015
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Wohl kaum ein bekanntes Shopsystem hat so viele Probleme in der richtigen Zuordnung der Versionen beim Endnutzer, wie die xt:Commerce Shops. Vor wenigen Tagen habe ich über einen Kunden erneut Feedback über die unsinnige Beratung einer Mitbewerber-Agentur beim Vergleich Shopware und xt:Commerce erhalten. Es wird wieder einmal Zeit für Aufklärung.

Was hatte sich zugetragen? Eine Mitbewerber-Agentur teilte einem Kunden von uns mit, als er ein Vergleichsangebot zur richtigen Auswahl des Shopsystems einholen wollte und fragte, ob denn xt:Commerce geeignet sei, dass xt:Commerce ein „völlig veraltetes“ Shopsystem sei und der Code extrem „verwurschtelt“ und „dass man es keinesfalls“ einsetzen sollte. Man solle vielmehr Shopware wählen. Ein Vergleich von Funktionen zwischen Shopware und xt:Commerce oder eine konkrete Projektbesprechung fand vor dem Rat nicht statt.

Mich machen solche Beratung immer wütend, weil sie den Kunden an sich völlig im Regen stehen lassen, inhaltlich sehr falsch sind und zudem noch sehr oberflächlich. Agenturen, die so beraten, sind an sich überflüssig auf dem eCommerce Markt und schädigen bewusst oder unbewusst nicht nur den Ruf von seriösen eCommerce Dienstleistern, sie schädigen auch den Kunden.

Shopware der Allheilsbringer?

Räumen wir gleich zu Beginn mit einem Vorurteil auf: Shopware kann nicht alles, Shopware passt nicht auf alles und vor allen Dingen passt Shopware nicht zu jedem Projekt und zu jedem Unternehmen. Das hat Shopware mit allen Shopsystemen auf dem Markt gemeinsam.

Shopware macht sehr viel Marketing. Projekte, die mit Shopware umgesetzt werden, sind budget-intensiv und von daher Lieblinge der Agenturen. Die Agenturbindungen sind gross und die tatsächlichen Installationszahlen gering.

Es gibt nicht DAS Shopsystem, sondern nur ein Shopsystem, das auf Sie und Ihr Projekt passt.

Wenn Ihnen eine Agentur zu Shopware rät, ohne sich ausführlich anzuhören, was Sie vorhaben, wie gross Ihr Unternehmen ist und wieviel Budget Sie in Ihr Projekt stecken können, dann sollten Sie sich dringend eine zweite Meinung einholen. Meistens kommen solche schnellen Ratschläge von Agenturen, die nur ein Shopsystem im Angebot haben, die Dienstleistungen für dieses Shopsystem bei Freiberuflern einkaufen und insgesamt eher im Bereich Marketing/Werbung angesiedelt sind.

Mit einem Shopware-Projekt können Sie schnell mit „Kanonen auf Spatzen“ schiessen, völlig verzweifelt nach einem leistungsfähigen ERP-/Warenwirtschafts-System suchen, dass auch in Ihr Budget passt und sich von Ihrer 4,50-EUR-shared-Hosting-Umgebung verabschieden.

Die Mutter aller Shops: xt:Commerce 3.04 Sp2.1

Als im Jahr 2000 der eCommerce in Deutschland auch bei kleinen Unternehmen angekommen war, suchte man verzweifelt auf dem Markt nach einem Shopsystem, das quelltext-offen und modular aufgebaut war.  Zur Verfügung stand damals nur osCommerce, was wenig funktionell leisten konnte, kaum modular aufgebaut war, viel Programmierkenntnisse erforderte und auch keine Template-Engine hatte.

Schnell wurde aus osCommerce ein deutscher (österreichischer) Ableger mit Namen xt:Commerce und auf der Basis des Codes des osCommerce System entstand zögerlich eine Shopversion, die sich rasend schnell im deutschsprachigen Raum verbreitete. Die letzte Version aus dem Jahr 2006 dieser Entwicklungsreihe ist die Version xt:Commerce 3.04 Sp2.1.

Wir nennen xt:Commerce 3.04 Sp2.1 die Mutter aller Shops und zwar nicht, weil es tatsächlich das erste Shopsystem war. Nein, es war das erste Shopsystem in Deutschland, dass eine sehr starke Verbreitung und Beliebtheit erfuhr und tausende dieser Shops sind immer noch online, obwohl die letzte Version aus 2006 stammt und damit stark veraltet ist.

Weiterentwicklung von xt:Commerce

Technik, Märkte und Anspruch der Nutzer ändern sich. So war bei xt:Commerce 3.04 Sp2.1 im Jahr 2006 klar, dass das System technisch so nicht fortgeführt werden konnte, mit einem Core-System, das noch aus Ende der 90er Jahre stammte. Man entschied sich, Abstand von der 3.04 zu nehmen und setzte mit xt:Commerce Veyton ein Shopsystem auf, dass ein völlig neuen Code hatte und die Reihe der xt:Commerce 3.04 Versionen nicht mehr fortführte.

Die Verärgerung der Bestandsnutzer war gross, weil es auch keine klaren Updatevorgaben von der 3.04 auf xt:Commerce 4 gab und gerade deutsche Shopbetreiber sich schwer von Gewohnheiten trennen können. Man nannte die Shopversion xt:Commerce Veyton, um eine klare Trennung zur 3.04 zu schaffen. Leider ohne den gewünschten Erfolg. Es gab zu dem Zeitpunkt bereits so viele Abwandlungen des Ursprungs xt:Commerce-Systems, basierend auf der 3.04, auf dem Markt, dass alle nur noch von xt:C oder xt:Commerce sprachen. Niemand hatte im Focus, insbesondere Neu-Einsteiger nicht, dass mit xt:Commerce Veyton eine völlig neue Generation geboren war.

Im gleichen Zeitraum drängten damals zudem Magento und Shopware neu auf den deutschen Markt und xt:Commerce musste die Marktführerstellung abgeben. Die Märkte wurden größer und auch schwieriger zu durchschauen für den Laien. Ende des letzten Jahrzehnts hatten Shopbetreiber plötzlich die Auswahl aus einer grossen Anzahl von Shopsystemen.

xt:Commerce

xt:Commerce entschied sich, wieder in die Versionshistorie zurückzukehren. Trennte sich vom Zusatz Veyton und hat konsequent nun die Serie xt:Commerce 4.x genannt. Nach wie vor zeichnet sich die Version durch hohe Stabilität, stabile Updatefähigkeit, Skalierbarkeit, gutes Preis-/Leistungsverhältnis und eine hohe Installationszahl mit vielen Drittdienstleistern, die Erweiterungen anbieten, aus.

Aufgabe der Agenturen

Mit der Anzahl der Shopsysteme auf dem Markt wandelten sich auch die Aufgaben der Agenturen in der Shopberatung und -auswahl. Viele Agenturen haben sich für ein Shopsystem im Portfolio entschieden, weil schlicht fehlendes Know-How in der Agentur auch nichts anderes zuließ. Andere – wie die FIETZ.MEDIEN GmbH – sind shopsystemunabhängig aufgestellt, beherrschen eine Vielzahl von Shopsystemen und grenzen die Shopsysteme in der Beratung nach Kriterien, die sich laufend fortentwickeln, ab.

Lassen Sie sich also nicht erzählen, dass Shopware oder Magento die Allheilsbringer als Shopsystem sind und Sie damit automatisch erfolgreich wären. Es gibt nicht DAS Shopsystem, sondern nur das Shopsystem, das auf Sie und Ihr Projekt passt. Neben Shopware und Magento, weisen im deutschsprachigen Raum deutlich höhere Installationszahlen sicherlich modified eCommerce, xt:Commerce 3.04 Sp2.1 und xt:Commerce 4 als auch OXID und selbst Virtuemart auf. Die richtige Auswahl ist um so schwerer geworden und eine kompetente Beratung kann nicht durch perfektes Shophersteller-Marketing ersetzt werden.

 

 

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Über Immo W. Fietz

Immo W. Fietz, Jahrgang 1970, ist gelernter Programmierer, studierter Jurist und Betriebswirt sowie Sachverständiger für Neue Medien. Hier schreibt er als leidenschaftlicher eCommerce-Spezialist der ersten Stunde über tägliche Probleme im Online-Handel und der Verknüpfung von stationärem Handel mit dem Internet, lokale Marktplätze, Stadtentwicklung in der Digitalisierung und politische Rahmenbedingungen des eCommerce.

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