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Was Celle von der Online-City Wuppertal lernen sollte

12. September 2016
Immo W. Fietz von
Die Förderung der Online-City Wuppertal läuft aus. Das Talkontor wird geschlossen. Die Händler wollen nun als Verein weitermachen. Man könnte meinen, da war Celle schon mit cellecity.de. Ganz so ist es nicht. 

115.000 EUR sollen in das Projekt geflossen sein, wir vermuten mehr. 51 Händler machen derzeit mit. Für Wuppertal – eine Stadt, die deutlich größer als Celle ist, kein wirklich gutes Ergebnis. Noch entscheidender ist jedoch, was die Händler davon halten. Dabei kann man festhalten:

  1. Die Händler wollen weitermachen.
  2. Händler verkaufen nun nicht nur regional.
  3. Kunden zeigen auf dem Smartphone, was sie interessiert.
  4. Die Angst der Händler vor dem bösen Internet scheint abgenommen zu haben.
  5. Kunden wollen heute regional kaufen, ihnen fehlt es aber an Angebot.

Dennoch gibt es offenbar Probleme. Das Geld fehlt und Software-Entwicklung ist teuer. Der oftmals in der Presse publikumswirksam agierende Logistik-Unternehmer Atlanda hat offenbar genau so lange Interesse an dem Projekt, so lange Fördergelder da sind. All das ist nichts neues für uns. Bereits in den ersten Artikeln zu diesem Thema, habe ich darauf hingewiesen.

Warum wird Online-City Wuppertal so nicht dauerhaft funktionieren?

Man hat auf Atalanda gesetzt als echten Partner. Das war zumindest der öffentliche Eindruck. Unternehmen handeln aber nur selten altruistisch, auch wenn Atalanda das oft so nach aussen dargestellt hat und sich offenbar in der Rolle wohlgefühlt hat. Kein Geld mehr da, kein Interesse mehr da. In wesentlich kleineren Städten, wie Celle, dürfte das Interesse von Investoren dann noch geringer sein.

Online-City Wuppertal agiert nur als Einzelhändler-Plattform. Es muss jedoch in den Städten ein Internet-Ökosystem geschaffen werden, das auch andere Marktteilnehmer, wie Gastronomen und Dienstleister integriert. Nur dann wird es vom Bürger auch verstanden und angenommen. Es ist eine kommunale Aufgabe, ähnlich wie der Strassenbau, dafür zu sorgen, dass die Bürger Internet-Angebote bereitgestellt bekommen und diese auch attraktiv sind.

Denn – man braucht keine Glaskugel, um zu wissen, dass in den nächsten 5-10 Jahren die Digitalisierung die Innenstädte massiv verändern wird. Das beginnt bei der Bezahlung der Parkscheinautomaten per App und geht bis hin zur vollständigen Routenführung unter Zugriff auf Google myBusiness-Daten z. B. mit der Zielsetzung, die nächste gute Pizzeria aufzusuchen.

Will man als Kommune nicht lauter isolierte Dienste, die jeder Bürger sich selbst zusammensuchen muss, muss eine Plattform entstehen, die eben mehr als nur Einzelhandel darstellt. Es muss ein Marktplatz entstehen, der voll in die City integriert ist und von Unternehmen als auch Verwaltung gleichermassen getragen und finanziert wird. Es ist Aufgabe der Kommune, sich schnell fit zu machen, für die Herausforderung der Digitalisierung, da es andernfalls keine zielführende digitale Internet-Infrastruktur geben wird. Es wird bei Insellösungen – wie freies WLAN oder eben der Parkscheinautomat – bleiben.

Verlierer wird dann nicht nur der Handel sein, sondern eben auch die Kommune, die ohne modernes Internet-Ökosystem wenig attraktiv für Familien, Best-Ager oder eben auch Unternehmen ist, die zunehmend funktionierende Internet-Aktivitäten im digitalen Zeitalter voraussetzen, um dauerhaft an einem Ort zu bleiben.

Lesen Sie dazu extern:
Westdeutsche Zeitung: Online-Händler glauben an den Erfolg des Projekts

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von Jannik Walter

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